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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

Edle Gläser der Grafen Schaffgotsch  

Zwei besondere Gläser aus der Zeit des Barock konnte das Schlesische Museum zu Görlitz dank der finanziellen Unterstützung seines Fördervereins vor Kurzem neu erwerben.

Der Pokal und das Konfitüreschälchen wurden einer Werkstatt im Riesengebirge um 1720/30 hergestellt. Die farblosen Gläser sind mit feinsten Ranken, Voluten und Blattornamenten in verschiedenen Schnitttechniken reich verziert und stellen kunsthandwerkliche Erzeugnisse ersten Ranges dar.

Besonderes Interesse verdient das zentrale Schmuckmotiv: Es zeigt einen Baum, der von der selbstbewussten Devise der Grafen Schaffgotsch, „Aucun temps ne le change“ (lateinisch: „semper talis“ = stets der gleiche), umgeben ist.

Die Schaffgotsch zählten zu den wichtigsten adligen Familien Schlesiens. Zu ihrem Wappen gehört auch ein Baum, der manchmal fälschlich als Kiefer interpretiert und auf die Burg Kynast, den Stammsitz der Familie, bezogen wird („Kienbaum“ ist ein altes Wort für Kiefer). Seit Ende des 14. Jahrhunderts  waren die Schaffgotsch hier und im nahe gelegenen Warmbrunn ansässig.

Das von ihnen beherrschte weitläufige Territorium bildete das Zentrum der Herstellung und Veredlung von Glas in Schlesien. Zweifellos haben Angehörige der Familie Schaffgotsch die beiden Gläser in Auftrag gegeben, bei einem Glasschneider, der ihrer Herrschaft unterstand.

Dr. Martin Kügler