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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

Ein Wort des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums, 

es sind zwar noch ein paar Wochen bis zum Jahresende, aber ich will die Behauptung doch schon wagen: 2008 war für das Schlesische Museum ein gutes und erfolgreiches Jahr. Nach wie vor ist die Öffentlichkeit dem Museum sehr gewogen. Die Besucherzahlen dürften bis Ende des Jahres in etwa den Stand des Vorjahrs (23.300 Besucher) erreichen. In der Presse wurden Sonderausstellungen und Publikationen des Museums mit guten Kritiken bedacht und erreichten – dank Berichten in der FAZ, der Süddeutschen Zeitung und der „Zeit“ - bundesweite Aufmerksamkeit. Das Veranstaltungsprogramm ist dicht und vielfältig, auch die Umsätze im Museumsladen haben sich gut entwickelt. 

Drei neue Sonderausstellungen haben die Mitarbeiter des Schlesischen Museums in diesem Jahr erarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt, ein umfangreiches, vielleicht allzu ehrgeiziges Pensum. Die Ausstellung „Auf dem Weg zur Toleranz“ entstand aus Anlass des 300. Jahrestags der Altranstädter Konvention (Kurator: Norbert Faust). Unter dem Titel „Verbotene Kunst“ waren bisher nie gezeigte Aquarelle von Karl Schmidt-Rottluff zu sehen, die der zur NS-Zeit verfemte Künstler bei einem Aufenthalt in Helmut James von Moltkes Landgut Kreisau 1942 gemalt hat - die Ausstellung (Kuratorin: Johanna Brade) wurde deutschlandweit wahrgenommen.

Derzeit und noch bis 1. März 2009 präsentieren wir Arbeiten einer zeitgenössischen deutsch-polnischen Künstlergruppe (Kuratorin: Johanna Brade), der Gruppe RAR, die sich aus drei gebürtigen Schlesiern zusammensetzt. Alle Sonderausstellungen wurden von zweisprachigen Publikationen begleitet.
Besonders erfreulich: In einem bislang noch nicht gekannten Umfang war das Schlesische Museum in diesem Jahr mit seinen Ausstellungen andernorts zu Gast: beim Schlesischen Museum in Kattowitz, dem Schlesischen Museum in Troppau, in der Friedenskirche in Schweidnitz, beim Staatsarchiv in Breslau, dem Webereimuseum in Landeshut, dem Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen, dem Universitätsmuseum in Marburg, dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam und in der Internationalen Begegnungsstätte Kreisau.

Daneben konzentrierte sich die Arbeit auf die ständige Ausstellung im Schönhof. Zwei Jahre nach der Eröffnung war es an der Zeit, die Ausstellung kritisch durchzuschauen und dabei Kritik und Anregung der Besucher aufzugreifen. Es zeigte sich bald, dass große Veränderungen nicht nötig waren: einige technische Verbesserungen, ein paar zusätzliche Beschriftungen, ferner die Aufnahme von Objekten, die in den letzten Monaten erworben worden waren. So sind nun vor allem im Raum 14 (Kunst des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts) etliche neue Exponate zu sehen – die Präsentation in diesem Raum hat merklich gewonnen. Dagegen waren bei den Ausstellungstexten lediglich geringfügige Korrekturen erforderlich, die Beseitigung von kleinen Irrtümern und Schreibfehlern und die Verbesserung einzelner Formulierungen, die zu Missverständnissen Anlass geben könnten.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit war der Ausbau der museumspädagogischen Pro-gramme. Inzwischen haben wir Angebote für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen, vom Kindergarten bis zum Abitur. Spielerisches mischt sich mit Ernstem;  Kindergeburtstag im Museum sind genauso möglich wie die Durchführung anspruchsvoller Schulprojekte zu Themen wie “Industrialisierung“, „Widerstand im Nationalsozialismus“ oder „Vertreibung“. Der Erfolg ist beträchtlich: rund 50 Schulklassen, Kinder – und Jugendgruppen haben in den ersten drei Quartalen dieses Jahres museumspädagogische Programme in Anspruch genommen.

Gute Erfahrungen konnten mit thematisch ausgerichteten Führungen für Erwachsene gemacht werden (eine musikalisch-literarische, eine baugeschichtlich und eine kirchengeschichtlich orientierte Führung durch die ständige Ausstellung.

Zuguterletzt haben wir uns einen lang gehegten Wunsch erfüllt: die Restaurierung der nach wenig mehr als zehn Jahren schon ziemlich verschlissenen Fassade des Schönhofs zur Brüderstraße. Diese Schönheitsoperation war als letzte Baumaßnahme geplant, nach Erledigung aller anderen, funktional wichtigeren Maßnahmen, und wenn dann noch Geld übrig sein sollte. Nach Ausbesserung des Putzes, nach Steinsanierung an Pfeilern und Brüstungen und einem neuen Anstrich strahlt der Schönhof jetzt wieder im neuen, alten Glanz und macht seinem Namen alle Ehre.

Ad multos annos! – so ist zu hoffen, denn es wird sehr, sehr lange dauern, bis wir uns die nächste Restaurierung werden leisten können.

Mit den besten Grüßen aus dem Schlesischen Museum

Ihr

Markus Bauer