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Ein Wort des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,

Museumsleute ärgern sich, wenn man den Wert ihrer Arbeit ausschließlich nach der Zahl der Museumsbesucher bemisst. Und sicher müssen auch andere Aspekte Berücksichtigung finden, wenn es um die Qualität eines Museums geht: Inhalt und Gestaltung von Ausstellungen, Pflege und Ausbau der Sammlungen, wissenschaftliche Arbeit und Publikationstätigkeit und manches andere.

Dennoch spielt der Erfolg beim Publikum natürlich eine Rolle. Qualität muss sich unter Beweis stellen; die beste Ausstellung taugt wenig, wenn sie nicht wahrgenommen wird. Wie steht es also mit den Besuchern des Schlesischen Museums? Wie zu erwarten war, konnte die hohe Zahl von über 28.000 Besuchern im Jahr der Museumseröffnung 2006 (die vor allem auf einen regelrechten Massenansturm in den Wochen unmittelbar nach der Eröffnung des Schönhofs zurückzuführen war) nicht gehalten werden. Im Jahre 2007 wurden 23.400 Besucher gezählt - und das ist ein sehr gutes Ergebnis für ein Museum unserer Größe und Lage.

Wenn man hierzu die rund 7.400 Besucher von Ausstellungen und Veranstaltungen des Museums außerhalb von Görlitz hinzuzählt, kommt man auf eine noch beeindruckendere Zahl.

Wer sind die Besucher des Schlesischen Museums? Wir haben im letzten Jahr mit Befragungen und Untersuchungen begonnen und wollen das in diesem Jahr – mit teilweise präzisierter Fragestellung  – fortsetzen. Einige Ergebnisse liegen schon vor. So wissen wir inzwischen, dass rund 20 % der Museumsbesucher in Görlitz und der nächsten Umgebung wohnen, aber annähernd 3 von 4 Besuchern aus weiter entfernt liegenden Orten in Deutschland anreisen. Rund 7 % der Besucher kommen aus dem Ausland, davon die Hälfte aus Polen. Auswärtige Reisende, Touristen stellen also den höchsten Anteil unter den Museumsbesuchern. Das wird auch deutlich, wenn man die Verteilung der Museums-besuche auf die Monate des Jahres betrachtet. In den tourismusstärksten Monaten Mai bis Oktober kommen monatlich zwischen 1.800 und 2.400 Besuchern in das Museum, in den Wintermonaten Januar und Februar, wenn die Görlitzer weitgehend unter sich sind, nur 1.200 bis 1.400. Über 40 % der Museumsbesuche finden übrigens an Wochenenden und Feiertagen statt.

Interessant ist ein Blick auf die Altersstruktur. Der Anteil von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist mit etwa 26 % recht niedrig – wir hoffen, das mit Hilfe unserer in letzter Zeit entwickelten Angebote für Schüler und für Kinder im Kindergartenalter ändern zu können.

Fast die Hälfte unserer Besucher ist über 60 Jahre alt. Es ist anzunehmen, dass viele Besucher dieser Altersgruppe durch Herkunft und Lebensgeschichte mit Schlesien verbunden sind. Das wollen wir durch eine zusätzliche Befragung in diesem Jahr klären.

Etwa 800 polnische Besucher haben den Weg in den Schönhof gefunden. Weitaus mehr haben Ausstellungen des Schlesischen Museums in Polen gesehen: die Ausstellung „Oberschlesien im Objektiv“ hatte in Gleiwitz rund 2.500 Besucher, die Ausstellung „Zeit-Reisen“ mit den Schlesien-Ansichten der Sammlung Haselbach rund 1000 in Kattowitz, rund 500 im Architekturmuseum in Breslau. Und hier, bei der Vermittlung unserer Ausstellungen ins polnische und tschechische Schlesien, haben wir in letzter Zeit unsere schönsten Erfolge erzielt.

Vor allem die Porzellanausstellung „Beste Qualität zu civilen Preisen“ und die gegenwärtig laufende Ausstellung „Auf dem Weg zur Toleranz“ über die Altranstädter Konvention haben sich als regelrechte Exportschlager erwiesen.

 Sie werden in diesem und im kommenden Jahr in Breslau (im Nationalmuseum und im Staatsarchiv), in Kattowitz, Gleiwitz, Oppeln, Hirschberg, Schweidnitz (Friedenskirche), Lauban, Landeshut, Teschen (Gnadenkirche) und in Troppau zu sehen sein.

Damit wird sich die Zahl der von uns erreichten polnischen (und tschechischen) Besucher merklich erhöhen.

Mit den besten Grüßen aus dem Schlesischen Museum

Ihr

Markus Bauer