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„Das besondere Objekt“ - Eine Vortragsreihe des Vereins der Freunde und Förderer

Der Verein der Freunde und Förderer hat am 5. Dezember 2006 einen ersten Vortragsabend unter der Überschrift „Das besondere Objekt“ durchgeführt. Das ausgewählte Objekt war das Altarkreuz aus der Friedenskirche zu Glogau, das im Jahre 1702 von einem Goldschmied in Beuthen/Oder geschaffen wurde. Nachdem die von 1654 stammende Friedenskirche bei einem Stadtbrand zerstört worden war, stand das Kreuz ab 1773 in der neu erbauten evangelischen Kirche „Schifflein Christi“. Anfang 2006 wurde es auf dem Kunstmarkt angeboten und konnte mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder vom Schlesischen Museum zu Görlitz erworben werden.
Dr. Markus Bauer stellte in seinem Vortrag den historischen Zusammenhang und das Umfeld der konfessionellen Auseinandersetzungen dar, die nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges in den 1650er Jahren zum Bau der Friedenskirchen in Schweidnitz, Jauer und Glogau führten, und wie sich nach und nach bei den Schlesiern aller Konfessionen eine Haltung durchsetzte, die später „Schlesische Toleranz“ genannt wurde.
An die „Schlesische Toleranz“ anknüpfend stellten Leszek Lenarczyk, Direktor des Museums in Glogau (Głogów), aus polnischer Sicht und Dr. Klaus Schneider aus deutscher Sicht die Entwicklung des Dialogs zwischen heutigen polnischen und ehemaligen deutschen Einwohnern Glogaus von 1989 bis in die Gegenwart dar. Teilnehmer der Veranstaltung waren u. a. die Schülergruppe eines Gymnasiums (I. Liceum Ogólnok-ształcące) aus Glogau mit der Direktorin der Schule, Frau Bożena Kowalczykowska, und zwei Deutschlehrerinnen, die auf Einladung des Kulturreferenten Dr. Michael Parak tagsüber das Museum und die Stadt besichtigt hatten.
Frau Bożena Kowalczykowska bedankte sich am Ende sehr herzlich für die Einladung, mit Gewinn hätten Lehrerinnen sowie Schülerinnen und Schüler die Ausstellung gesehen, nicht zuletzt auch dadurch, dass Texte und Beschriftungen auch in polnischer Sprache verfaßt sind. Als Gastgeschenk übererreichte sie einen Brotlaib, wie er nach polnischem Brauch für Weihnachten gebacken wird.

Klaus Schneider

 

Nächster Vortragsabend „Das besondere Objekt“ am 5. Juni 2007
Die Kunsthistorikerin Dr. Johanna Brade, Schlesisches Museum zu Görlitz, wird ein Gemälde vorstellen, welches das Schlesisches Museum im Jahr 2006 durch Spenden des Vereins der Freunde und Förderer sowie des Kunstsammlers Hans-Peter Reisse erwerben konnte: ein Gemälde des jüdischen Malers Heinrich Tischler mit Breslauer Vorortstraße aus den 1920er Jahren.