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Gedenkstein für die zerstörte Breslauer Neue Synagoge am Anger (ul. Podwale). Die Synagoge (erbaut 1872) galt neben der Berliner Hauptsynagoge als die größte und prächtigste in Deutschland. In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurde sie in Brand gesetzt. Das angrenzende Polizeipräsidium gab an, von einem Brand und Ausschreitungen der SA gegen Juden nichts bemerkt zu haben.

Nationalsozialismus und Widerstand in Breslau. Eine lokalhistorische Spurensuche.

Ausstellung des Edith-Stein-Hauses Breslau

9.6.–22.7.2007 
Vernissage am 8.6.2007, 19.00 Uhr

Die Geschichte Breslaus hat in der Mitte des 20. Jahrhunderts einen tiefen Bruch erfahren: Die Stadt erlebte nicht nur die nationalsozialistische Diktatur und die Zerstörungen am Ende des Zweiten Weltkrieges, sondern musste dann ihre Staatszugehörigkeit ändern und einen kompletten Bevölkerungsaustausch durchleben. Mit der Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung verschwanden die Erinnerungen an die Vorkriegsgeschichte der Stadt und somit auch das Wissen von den Geschehnissen im Nationalsozialismus. Die neue polnische Bevölkerung kam 1945 in eine zunächst „fremde Stadt“. Sie wusste nichts vom Verlauf der Diktatur in Breslau, von den Orten der Machtausübung, den Verfolgungen, dem Ablauf der Deportationen oder auch von dem oppositionellen Verhalten bestimmter Bevölkerungsgruppen. Ebenso gingen die Erinnerungen an die „Normalität“ und den Alltag der Diktatur verloren.

Seit Oktober 2004 arbeitete eine internationale Studentengruppe unter Leitung des Edith-Stein-Hauses an der Rekonstruktion der Jahre 1933 - 1945 in Breslau. Die Projektteilnehmer gingen in Archive, werteten Akten und Zeitungen aus, suchten nach Spuren der Diktatur im heutigen Stadtbild und interviewten Zeitzeugen, die den Nationalsozialismus in Breslau erlebt hatten. Es entstand eine Ausstellung, mit der die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus, das Wissen um die lokalen Formen der Machtausübung in der Diktatur, um das Leid der Opfer und den Mut der Oppositionellen in die Stadt zurückkehren soll.

 

Betreuung der Ausstellung in Görlitz:
Dr. Michael Parak, Kulturreferent für Schlesien beim Schlesischen Museum zu Görlitz