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Dr. Herbert Hupka bei der Teileröffnung des Schlesischen Museums im Haus zum Goldenen Baum, Dezember 2001, Foto: SMG 

Dr. Herbert Hupka, Vater des Schlesischen Museums zu Görlitz

Trotz gesundheitlicher Probleme hatte Dr. Hupka begleitet von seiner Frau die anstrengende Reise von Bonn nach Görlitz gewagt, um an den Feierlichkeiten zur Museumseröffnung am 13. Mai 2006 teilzunehmen. Am Abend des 12. Mai konnte er bei der Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer leider nicht dabei sein. Er hatte vorher bereits mitgeteilt, dass er bei den Wahlen zum Vorstand nicht mehr kandidieren wolle. Ihm, der sich als Vorsitzender der Landsmannschaft Schlesien um das Entstehen des Schlesischen Museums zu Görlitz – des Landesmuseums Schlesien, wie er es lieber genannt hätte – große Verdienste erworben hat, hätten wir gerne am Ende seiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied im Rahmen der Mitgliederversammlung gebührend gedankt.
So haben wenigstens in der Aussprache Georg Janovsky, der langjährige Vorsitzende des Trägervereins Landesmuseum Schlesien und dann des Fördervereins, sowie Rudi Pawelka, der Vorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, die herausragende Rolle von Herrn Dr. Hupka in der nicht einfachen Entstehungsgeschichte des Museums hervorgehoben.
Sein Grußwort zur Eröffnung des Schlesischen Museums zu Görlitz war, ein Vierteljahr vor seinem Tod im August, sein Vermächtnis und sein letztes Wort zu seiner Heimat Schlesien im Rahmen einer großen öffentlichen Veranstaltung.
Dr. Hupka hat aber nicht nur zum Zurückblicken in die Vergangenheit und zur Auseinsandersetzung mit dem – ihm natürlich wichtigen – Thema der Vertreibung der Schlesier aus ihrer angestammten Heimat aufgerufen. Er schrieb in den letzten Jahren Beiträge wie „Neugierig auf Schlesien“, in dem er seine Landsleute dazu aufrief, Neugier und Entdeckergeist zu entwickeln, um das veränderte und sich ständig verändernde Schlesien kennen zu lernen.
In einer posthum veröffentlichten Rezension eines Bildbandes über Schlesien gibt er seiner Freude darüber Ausdruck, dass polnische Fotografen Schlesien entdecken, weil man sich dadurch „von Bildern bis zur Zeit der Vertreibung lösen und das gegenwärtige Gesicht Schlesiens, vielleicht sogar aus ganz neuem Blickwinkel, darstellen kann“.
Nicht zuletzt war ihm der Dialog und die Zusammenarbeit mit den heutigen polnischen Schlesiern und den Bewohnern seiner Heimatstadt Ratibor wichtig: „Ich respektiere jeden Polen, der in meiner Heimatstadt Ratibor wohnt“, hat er einmal geschrieben, und: „Als Ratiborer ist es mir nach wie vor nicht gleichgültig, wie die Bewohner dort leben“. 
Sein Lebensweg und seine Lebensleistung verdienen Hochachtung und ehrendes Gedenken. Wir werden ihn vermissen.

Klaus Schneider