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Breslau, Blick von Osten auf die Dominsel, um 1760, kolorierte Radierung nach Friedrich Bernhard von G. G. Winckler, verlegt von Georg Balthasar Probst, Augsburg 

Blick vom Cavalierberg bei Hirschberg nach Warmbrunn, 1793, kolorierte Radierung mit Kupferstich nach Sebastian Carl Christoph Reinhardt von Daniel Berger, Berlin  

Rückansicht der Königlichen Eisengießerei bei Gleiwitz, 1841, Kreidelithographie des Verlags Rieden und Knippel, Schmiedeberg, Fotos: © Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg / Foto: Herder-Institut Marburg, Bildarchiv 

Zeit-Reisen. Historische Schlesien-Ansichten aus der Graphiksammlung Haselbach

Sonderausstellung vom 31.3. - 3.6.2007
Katalog

Einem Bierbrauer aus Namslau verdanken wir heute die schönste und umfangreichste Sammlung topographischer Ansichten von Schlesien, die es je gab. Der Besitzer dieser Sammlung, Albrecht Haselbach (1892–1979), war nicht nur ein geschickter Unternehmer, sondern auch ein Liebhaber der Kunst und der Wissenschaft. Er begeisterte sich für schlesische Altertümer aller Art, förderte zeitgenössische Künstler wie Otto Dix, spielte gern und gut Klavier und trat mit eigenen Kompositionen hervor.

Anfang der 1940er Jahre erwarb er über 4.000 Kupferstiche, Radierungen und Lithographien, darunter einzelne Blätter des 15. bis 17. Jahrhunderts, viele theaterhaft inszenierte Stadtansichten des 18. Jahrhunderts und vor allem zahlreiche Graphiken im Geschmack der Romantik und des Biedermeier. In dieser Zeit entwickelte sich im Zuge des aufblühenden Tourismus eine bedeutende Graphikproduktion in Schlesien. Die Ansichten zeigen die stolzen und idyllischen Städte, historisch wichtige Bauwerke und die landschaftlichen Schönheiten des Riesengebirges und des Glatzer Landes mit ihren Badeorten und Schlössern. Besonders interessant sind die seltenen Darstellungen der oberschlesischen Schwerindustrie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Das Schlesische Museum bewahrt rund 900 Graphiken dieser Sammlung auf, der größere Teil befindet sich im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg. Die Teilsammlungen wurden nun in einem deutsch-polnischen Kooperationsprojekt unter der Federführung des Herder-Instituts in Marburg und mit Hilfe des Architekturmuseums in Breslau erstmals vollständig dokumentiert und virtuell zusammengeführt. Damit liegt ein unschätzbarer Fundus für kunst- und kulturgeschichtliche Fragen zur Landeskunde Schlesiens vor, denn nirgendwo sonst finden sich in solcher Dichte Bildquellen zur Topographie Schlesiens.

Das Schlesische Museum zeigte vom 31. März bis 3. Juni eine Ausstellung mit rund 140 historischen Ansichten aus dem eigenen und dem Regensburger Bestand und lud zu einer „Zeit-Reise“ in das Schlesien des 15. bis 19. Jahrhunderts ein. Parallel dazu lief am Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg eine Schau unter dem Titel „Archiv der Sehnsucht“. Die Ausstellung wandert anschließend nach Breslau (Muzeum Architektury we Wrocławiu), Kattowitz (Muzeum śląskie w Katowicach) und Marburg (Universitätsmuseum für Kunst und Kulturgeschichte). Die Auseinandersetzung mit der facettenreichen Bilderwelt der Sammlung Haselbach soll dazu beitragen, in beiden Ländern das Verständnis für das gemeinsame kulturelle Erbe zu vertiefen.

Link zur Datenbank der Haselbach-Sammlung am Herder-Institut:
 http://www.herder-institut.de/startseite/sammlungen/bilder/projekte/abgeschlossene/schlesien-ansichten.html