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Dr. Herbert Hupka bei der Teileröffnung des Schlesischen Museums im Haus zum Goldenen Baum, Dezember 2001, Foto: SMG

Zum Tode von Dr. Herbert Hupka

Die Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz trauert um Dr. Herbert Hupka, der am 24. August 2006 im Alter von 91 Jahren verstarb.

Während des Ersten Weltkriegs in einem Internierungslager geboren, im Zweiten Weltkrieg wegen »Mischlingsherkunft« aus der Wehrmacht entlassen, aus seiner Heimat Schlesien vertrieben – Herbert Hupkas Leben war gezeichnet von den Kriegen und Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Jahrzehntelang wirkte er als Bundesvorsitzender, zuletzt als Ehrenvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien und gab den vertriebenen Schlesiern wie kein anderer Stimme und Gewicht in der öffentlichen Auseinandersetzung. Er war ein streitbarer Demokrat, ein Mahner für die Gerechtigkeit gegenüber den Opfern der Vertreibung und für historische Wahrhaftigkeit.

Bis zuletzt war der promovierte Germanist und Historiker publizistisch tätig. Große Verdienste kommen ihm zu bei der Erinnerung an schlesische Dichter und Künstler, die in der NS-Zeit verfemt waren und anschließend in Vergessenheit gerieten. Im Alter hat er den Weg zurück in seine Heimat, ins jetzt polnische Schlesien, gefunden. Wegen seiner Hilfe nach der großen Oderflut 1997 erhielt er die Ehrenmedaille seiner Heimatstadt Ratibor.

Herbert Hupka ist der eigentliche Gründervater des Schlesischen Museums. Bereits in den 1970er Jahren mahnte er die Errichtung eines zentralen Museums für Schlesien in Deutschland an und wirkte an vorderster Stelle mit, als es um die Realisierung des Projektes zunächst in Hildesheim, später in Görlitz ging. Er war langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins »Landesmuseum Schlesien e.V.« und des hieraus erwachsenen Fördervereins für das Schlesische Museum. Er war beteiligt an der Errichtung der Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz 1996 und vertrat die Landsmannschaft Schlesien im Stiftungsrat bis 2004. Bis in die letzten Wochen hat Herr Dr. Hupka die Arbeit des Schlesischen Museums begleitet, fördernd, ratend, kritisierend, aber stets mit Sympathie und Leidenschaft. Das Schlesische Museum verliert einen guten Freund, einen engagierten Europäer und großen Schlesier.

Dr. Markus Bauer
(für den Vorstand der Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz)