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Schlesisches Landesmuseum Troppau 

Museumsland Schlesien

Wenn das Schlesische Museum zu Görlitz am 13. Mai 2006 seine Tore öffnet, dann reiht es sich ein in eine illustre Schar schon bestehender Museen. Sie alle verbindet das Interesse und die Freude an Kultur und Geschichte Schlesiens, auch wenn jedes einzelne von ihnen seinen eigenen Zugang zum Thema hat. Eine Sonderausstellung gibt deshalb einen Eindruck von Reichtum und Vielfalt der Museumslandschaft Schlesien. An die 30 Institutionen aus Polen, Tschechien und Deutschland sind durch jeweils ein Exponat vertreten.

Die Bandbreite der ausgestellten Objekte reicht von Alltagsgegenständen über historische Dokumente und Textilkunst bis zu wertvollen Gemälden und kunsthandwerklichen Arbeiten. Das Städtische Museum Breslau / Wrocław wird beispielsweise mit einem Pokal der Breslauer Schützengilde in der Ausstellung vertreten sein. Sigfried Haertel, der an der städtischen Kunstgewerbeschule in Breslau unterrichtete, gestaltete 1902 diese kunstvolle Arbeit im Geschmack des Jugendstil aus.

Das Städtische Museum des Bergbauzentrums Hindenburg/Zabrze entsendet ein Exponat, das den künstlerischen Umgang mit Kohle wirkungsvoll präsentiert. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert haben Bergleute in Oberschlesien die Kohleschnitzkunst entwickelt. In Görlitz wird demnächst ein Reliefbild  eines unbekannten Künstlers zu sehen sein, das 1938 in den Besitz des Stadtmuseums gelangte. Das Werk gibt Eindrücke von der »Arbeit unter Tage«.

Alle Museen haben sich bemüht, aus ihren Ausstellungen und den Tiefen ihrer Magazine ganz besondere Objekte bereitzustellen. Das Museum für schlesische Landeskunde in Königswinter-Heisterbacherott entschied sich schließlich für ein Objekt, das bisher noch nie in Ausstellungen zu sehen war: eine Fahne des Schlesier-Vereins New York von 1929, die zeigt, dass sich Auswanderer auch über den »großen Teich« hinweg mit ihrer ehemaligen Heimat verbunden fühlten.

Von alten schlesischen Bräuchen erzählt beispielsweise ein Weihnachtszepter aus dem Riesengebirgsmuseum Hirschberg / Jelenia Góra. Gerade in der Gegend um Lähn / Kreis Löwenberg entstanden im 19. Jahrhundert liebevoll dekorierte Zepter. Diese erleuchteten die Christnachtsfeier in der Kirche, wurden dann wieder nach Hause mitgenommen und oft anstelle eines Weichnachtsbaums aufgestellt.

Die verschiedenartigen Exponate werden sicher viele Besucher dazu anregen, eine Museumsreise durch Schlesien zu unternehmen. Dazu bieten dreisprachig gestaltete Tafeln interessante Informationen über die Geschichte und die Sammlungen der einzelnen Häuser und über deren wertvollsten Objekte. Die Ausstellungstafeln werden später an verschiedenen Orten in Polen, Tschechien und Deutschland zu sehen sein.

Museumsland Schlesien
13.05.-13.08.2006
Schlesisches Museum zu Görlitz
Brüderstr. 8 (Schönhof)
02826 Görlitz
Öffnungszeiten: täglich außer montags 10-17 Uhr