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I LICEUM OGÓLNOKSZTAŁCĄCE im. BOLESŁAWA KRZYWOUSTEGO w Głogowie (ehemals Pestalozzischule) 

Vorlesewettbewerb im Ratssaal des Glogauer Rathauses 

Maciej Wach liest »Im Westen nichts Neues« 

Vorlesewettbewerb für Deutsch lernende Schüler in Glogau (Głogów)

Eine der Aufgaben des Vereins der Freunde und Förderer besteht darin, die Anzahl der Freunde und Förderer zu mehren, wobei sozusagen der erste Schritt der Hinführung zum Schlesischen Museum zu Görlitz der ist, daß man Freunde gewinnt.

Diesem Ziel dient das neue Projekt des Vereins der Freunde und Förderer,  an Schulen im polnischen Schlesien Vorlesewettbewerbe für Schüler, die Deutsch lernen, durchzuführen. Hier ist davon zu berichten, daß in Glogau (Głogów) in Niederschlesien der erste Versuch eines solchen Wettbewerbs gelungen ist  und sich zugleich als ein vielversprechender Ansatz auch für die grenzüberschreitenden Aktivitäten des Kulturreferenten am Museum erwiesen hat.

Am Vormittag des 23. Februar 2006 begrüßte Oberbürgermeister Zbigniew Rybka im Ratssaal des Glogauer Rathauses etwa 70 Schülerinnen und Schüler der drei obersten Klassen des Glogauer »I. Allgemeinbildenden Lyzeums« (führt zum Abitur), davon 22 aktive Wettbewerbsteilnehmer. Die weiteren dort anwesenden Schüler waren gekommen, um für ihre jeweiligen  Klassenkameraden »die Daumen zu drücken«. Der Direktor der Schule, Herr Zygmunt Włodarczak, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Wettbewerb in einem so würdigen Rahmen stattfinden konnte und nannte noch einmal den Preis, den der Verein der Freunde und Förderer für die ersten drei Sieger ausgelobt hatte: Eine dreitägige Reise nach Görlitz und Dresden. Weitere Preise in Form von Büchern hatten der Stadtpräsident, die Landrätin und die Schule zur Verfügung gestellt.

Dem Vereinsvorsitzenden, Herrn Dr. Klaus Schneider, wurde für diese Initiative gedankt, der, selbst gebürtiger Glogauer, den Schülern verriet, daß auch er in Glogau angefangen habe, Deutsch zu lernen, freilich im ehemals deutschen Glogau nicht als Fremdsprache.

Der Ratssaal sah nicht aus wie ein Ratssaal, vielmehr hatten Lehrer und Schüler einige Ideen entwickelt, um daraus ein Forum für einen Vorlesewettbewerb zu machen. Auf einer an der Stirnseite angebrachten Leinwand lief ein Endlosfilm, auf dem man vor dem Hintergrund von Glogauer Ansichten auf polnisch und deutsch über die Veranstalter und Sponsoren informiert wurde.

Darunter standen auf dem Boden überdimensionierte Buchattrappen, um die herum aus buntem Pappkarton ausgeschnittene Buchstaben lagen, was alles darauf hinwies, daß es in der Veranstaltung um Bücher ging.

Die Schülerinnen und Schüler hatten die Aufgabe, einen selbst gewählten Text vorzulesen. Die Vielfalt und Auswahl der Autoren, aus denen vorgelesen wurde, hat die Mitglieder der Jury überrascht und beeindruckt: Heinrich Böll, Horst Bienek, Wolfgang Borchert, Wilhelm Busch, Joseph von Eichendorff, Michael Ende, Johann Wolfgang von Goethe, Erich Kästner, Erich Maria Remarque, sowie, was auch zugelassen war, Übersetzungen polnischer Autoren wie  Ewa Szymborska, die auch auf polnisch vorgetragen wurden.

Die Jury bestand aus drei Lehrerinnen und einer Schülerin, dem Kulturreferenten für Schlesien sowie  dem Vereinsvorsitzenden.

Die drei Preisträger Katarzyna Jagiełło, Radoslaw Poprawski und Maciej Wach haben Ende März ihre Reise nach Görlitz und Dresden in Begleitung einer Lehrerin sehr genossen.

In Görlitz hat Dr. Michael Parak der Gruppe das (noch nicht eröffnete Museum) und die Stadt gezeigt. In Dresden haben Mitglieder der dortigen Deutsch-Polnischen Gesellschaft die Besucher aus Glogau privat untergebracht und die Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt.

Nach den positiven Erfahrungen in und mit Glogau ist für den nächsten Vorlesewettbewerb bereits die Stadt Goldberg ins Auge gefaßt.

Klaus Schneider