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Brennpunkte. Keramische Fachschulen seit 1875. Landshut – Höhr – Bunzlau

Schlesisches Museum zu Görlitz, Untermarkt 4,

3.10.–1.12.2002

Deckeldose, Irdenware mit Pinselmalerei,
Keramische Fachschule Bunzlau,
Schüler Theo Plein, 1926/27
Foto: Hetjens-Museum – Deutsches Keramikmuseum Düsseldorf

In einer Ausstellung des Hetjens-Museums, Deutsches Keramikmuseum in Düsseldorf, wird erstmals umfassend die Ausbildungssituation im Töpferhandwerk in den Blickpunkt gerückt.

Mit dem Aufschwung in der keramischen Industrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigte sich, dass die herkömmliche Töpferlehre nicht den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften zu decken vermochte. Die Gründung der keramischen Fachschulen Landshut (1873), Höhr (1879) und Bunzlau (1897) sollte die Probleme zunächst in den traditionellen Keramikorten lösen. Erst in den 20er Jahren gewannen die Lehranstalten nach der Reformierung des Unterrichts eine weitaus größere Bedeutung. Namhafte Künstler wirkten als Lehrer und Berater, unter ihnen Ernst Barlach, Paul Wynand, Jakob Julius Scharvogel, Artur Hennig und Wolfgang von Wersin. Sie vermittelten den Schülern nicht nur Fachwissen, sondern ermöglichten kreatives und experimentelles Arbeiten. Auf diese Weise entstanden individuelle und neuartige keramische Arbeiten mit Vorbildwirkung für Handwerk und Industrie.

In der Ausstellung sind überwiegend bislang nicht ausgestellte Keramiken von Lehrern und Schülern der Bunzlauer Fachschule aus den Jahren 1900 bis 1940 zu sehen. Es wird dokumentiert, welche Wandlungen sich in der Ausbildung sowohl in künstlerischer als auch in pädagogischer und schulpolitischer Hinsicht vollzogen.