Heckert Glas | Szkło 1866–1923

Ausstellung vom 7. April bis 2. August 2020

Mit etwa 200 gläsernen Exponaten bietet die Ausstellung einen repräsentativen Überblick über die Produktion der Firma Fritz Heckert, die bis 1923 zu den führenden deutschen Herstellern von Kunst- und Zierglas zählte und international erfolgreich war.
Im Jahre 1866 gründete der aus Halle an der Saale stammende Kaufmann Friedrich Wilhelm Heckert (1837-1887) im schlesischen Petersdorf/Piechowice eine „Glasraffinerie“. Das neue Unternehmen bezog Gläser von der nahegelegenen Josephinenhütte in Schreiberhau/Szklarska Poręba und veredelte die Waren mit aufwändigen Dekoren. Schon bald hatte die Fa. Heckert großen Erfolg. Besonders Gläser im Stil des Historismus waren im Deutschland der Gründerzeit, aber auch international gefragt.
Ab 1889 stellte die Firma das Glas in einer neu erbauten Hütte selbst her. Zu dem breiten Sortiment gehörten farbenfrohe, orientalisch geprägte Gläser, irisierende Gläser oder Überfang-Gläser. Dann nahm die Produktion mit Jugendstil-Glas nochmals Aufschwung. Man hatte Mut zu unkonventionellen Formen und Farbgestaltungen und wurde dabei von bedeutenden Entwerfern wie Max Rade in Dresden oder Ludwig Sütterlin unterstützt. 1918 wurde die Firma schließlich von der Josephinenhütte übernommen.
Kern der Ausstellung ist die Privatsammlung von Eike Gelfort in Köln; sie wird mit zahlreichen Leihgaben aus dem Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze/Riesengebirgsmuseum in Hirschberg ergänzt. Ein weiterer Partner ist die Glasfabrik „Huta Julia“ in Piechowice, die heute am alten Standort der Fa. Heckert produziert.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog (172 Seiten, dt./pl., Preis 13 Euro), der die faszinierenden Glaskunstwerke in Szene setzt.
Die Ausstellung wird in erweiterter Form vom 23.10. 2020 bis 28.02. 2021 im Muzeum Karkonoskie in Jelenia Góra zu sehen sein.

Jodpur-Gläser der Fa. Fritz Heckert, 1885 bis 1900.
© SMG, Foto René Pech