Schlesien nach 1945

Schlesien hatte nach 1945 einen schweren Start, vom Krieg verwüstet, mit einer neuen, dem Lande zunächst fremden Bevölkerung, unter den Zwängen einer Diktatur. In den Jahren 1948/49 ließ ein rigoroser Prozess der Stalinisierung alle politischen Regungen außerhalb der Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei (PZPR) erstarren. Allein die Kirche bildete eine gesellschaftliche Gegenmacht.

Auch das Wirtschaftsleben kam zunächst nur mühsam in Gang. Erst seit dem Ende der 1950er Jahre wurde die verstaatlichte Schwerindustrie in Oberschlesien schrittweise modernisiert und entwickelten sich neue Industrien in Niederschlesien. Die ungenügende Versorgung der Bevölkerung führte immer wieder zu Protesten. Streiks in Danzig 1970 und 1976 griffen schnell auf Schlesien über. In den 1980er Jahren waren Breslau und das oberschlesische Revier Zentren des Widerstands der Solidarność.

Seit 1989 hat Schlesien einen neuen Weg eingeschlagen. Es gehört zu den wohlhabendsten und am besten entwickelten Regionen in Polen. Seine geographische Lage, seine weltoffene Bevölkerung und seine Wirtschaftskraft sichern ihm eine wichtige Rolle im neuen Europa.

Ansichtskarte zur “Ausstellung der Wiedergewonnenen Gebiete“, 1948. Foto: © SMG